Jojo mit Wau-Wau-Effekt

Leute auf dem Balkan lieben Tiere… wirklich – am Liebsten aber mit Soße.

Hund ohne Jojo-Effekt - geht nur bei kleinen Hunden
Hund ohne Jojo-Effekt – geht nur bei kleinen Hunden

Während eines längeren sommerlichen Aufenthaltes auf dem Balkan kündigte sich Besuch an. Freude reisten hinterher und wollten sich die Sonne Montenegros am einzigen natürlichen Sandstrand  auf den Bauch scheinen lassen. Im Schlepptau einen Hund oder eine Ratte oder eine Mischung aus beiden. Neudeutsch: Fußhupe… also klein, kläffend und extrem nervig.

Anfang der 90er-Jahre war diese Kreuzung aus Ratte und Hund mit mexikanischen Wurzeln auf dem Balkan sehr ungewöhnlich.

Immer wieder sorgte der Hund-Ratte-Mix für ein großes Hallo. Immer wieder wollten Kinder mit dem Hund in Kontakt treten – im wahrsten Sinne des Wortes. Immer wieder musste der Hund mit Hilfe der mitgeführten Leine ruckartig nach oben gezogen werden. Wie ein kleines Jojo. Und immer wieder fing der Hund dabei an zu kläffen. … Ein Jojo mit Wau-Wau-Effekt.

So tragisch es auch war: Hund und Halter gewöhnten sich bald daran. Inzwischen konnte ein mögliches Verhalten Dritter antizipiert werden und der Hund wurde quasi schon prophylaktisch hoch gezogen.

Als wir abends den Weg in ein Freilichtkino an der Promenade des Küstenortes Ulcinj fanden, glich das Unterfangen eines wahrlichen Spiesruthen-Laufes für das Tier. Nach mehrmaligen Jojo-Effekten nahm das Herrchen den Hund auf den Arm und trug ihn.

Ein kleiner Junge rief seinen Vater: „Taaaattaaaaaa, vidi tuje pacov na usizi!“ (Papa, Schau mal, da ist eine Ratte auf dem Arm!). Der Jung fing dann an mit Stöcken nach dem Hund zu pieken.

Der arme Hund – innerlich machte er wahrscheinlich schon drei Kreuze, als er am späten Abend wieder im Körbchen lag.

Am nächsten Tag eskalierte die Situation während eines Restaurant-Besuchs: Hund im Schlepptau wurde ein Fischrestaurant besucht.Nach dem der Hund-Ratte-Mix auf einem Stuhl parkiert wurde, kam es zu Getuschel und Gerangel im Restaurant: „Wenn Du die Ratte nicht rausbringst, kommt das Vieh auf den Grill!“. Da wären wir wieder bei der Soße…

Nach längerem Hin-und-Her konnten wir nun auch unsere Bekannten dazu bewegen den Hund ins Auto zu bringen. Es war zwar warm im Auto – hätten wir ihn aber nur vor dem Restaurant angeleint, hätte er sich nicht selbst ruckartig in Sicherheit bringen können.

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